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Die Geschichte der Thermen - Teil 8: Das 20. Jahrhundert

Mit dem Ersten Weltkrieg endet die Zeit der mondänen Thermenkultur. Die Ölkrise der 70er Jahre lässt unverhofft neue Quellen entdecken. Die Ostöffnung hat ein wahren Thermenboom zur Folge, viele neue Bäder werden gegründet, ältere revitalisiert.

Die Geschichte der Thermen - Teil 8: Das 20. Jahrhundert

Die große Zeit der Kurbäder nahm mit dem Ersten Weltkrieg ein jähes Ende. Sämtliche Thermalbäder, in denen sich gerade noch die gesellschaftlichen Eliten ein Stelldichein gegeben hatten, verfielen jäh in einen langwährenden Dornröschenschlaf. Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise nur wenige Jahre später tat sein Übriges. Etliche Gemeinden machten aus der Not jedoch eine Tugend und versuchten den Bekanntheitsgrad ihrer Thermalquellen durch die Verleihung des Zusatzes „Bad“ im Gemeindenamen zu fördern. Dies geschah bei bereits etablierten wie auch bei neu entdeckten Thermalquellen. In Schallerbach, dessen Schwefeltherme 1918 zufällig erschlossen wurde, erfolgte zwanzig Jahre später die Namensänderung in „Bad Schallerbach“. 1926 wurde dem Kurort Tatzmannsdorf, seit dem 17. Jahrhundert bekannt, der Titel "Bad" verliehen, 1929 dem Ort Gleichenberg und im Jahr darauf auch der Gemeinde Fischau.

Nach Öl gebohrt – Thermalwasser gefunden

Nach dem 2. Weltkrieg lag der Tourismus in den Thermalbädern erneut danieder und erholte sich auch in den Jahren des Wirtschaftswachstums kaum. Man besuchte die Bäder, um Krankheiten zu kurieren, nicht aber zum Urlaub oder gar wie in früheren Zeiten, aus gesellschaftlichen Gründen.

Eine radikale Änderung der Tourismuslandschaft brachten die 70er Jahre. Aufgrund der Ölkrise wurde vielerorts nach Öl gesucht.

Foto: © ÖNB

In vielen Fällen stieß man jedoch nicht auf Öl sondern auf Thermalquellen. Dies war die Geburtstunde vieler heute bekannter Thermalbäder. So wurde etwa 1975 in Bad Waltersdorf aufgrund von Bohrungen einer „Rohölaufschließungsgesellschaft“ in 1150 m Tiefe Thermalwasser gefunden und 1984 die Heiltherme eröffnet. Ebenfalls im Jahr 1975 stieß man in Geinberg auf Thermalwasser, wo 1998 das Resort errichtet wurde. Auch in Vigaun wurde 1976 die in 1360 Metern Tiefe hochmineralisiertes Wasser mit 40 Grad Bodentemperatur gefunden. In anderen Fällen spielte der Zufall Regie, wie im Fall der Therme Laa an der Thaya, wo zwei Wünschelrutengänger in den Jahren 1989 und 1990 völlig unabhängig voneinander Thermalwasservorkommen prognostizierten und sogar die Stelle für Bohrungen lokalisierten konnten.

Tiefenbohrungen gab es aber auch in jüngerer Vergangenheit. So erschloss 2004 eine erfolgreiche Tiefbrunnenbohrung eine Thermalquelle mit 29 Grad warmen Heilwasser in Bad Erlau, wo wenig später die Therme Linsberg eröffnet wurde.

Der Mauerfall bringt neue Impulse

Eine weitere Zäsur nach der Ölkrise war der Fall des Eisernen Vorhangs und die Auflösung des Ostblocks. Viele grenznahe Regionen mussten sich nun der neuentstandenen Konkurrenz stellen.

Foto: © Rogner Bad Blumau

Als Erfolgsbeispiel gilt in diesem Zusammenhang die Therme Bad Blumau, die mit ihrer innovativen architektonischen Gestaltung durch Friedensreich Hundertwasser international für Aufsehen gesorgt hat.

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